ProAm der German Challenge powered by VcG

ProAm der German Challenge powered by VcG

Tour-Feeling pur: Mein Tag beim ProAm der German Challenge im Wittelsbacher GC

Was für ein Mittwoch! Ich hatte die Ehre, beim ProAm-Turnier der German Challenge powered by VcG abzuschlagen. Das Event ist der einzige Deutschland-Stopp der renommierten Challenge Tour (die offiziell auch als HotelPlanner Tour firmiert), also genau die Liga, in der sich die Stars von morgen das Ticket für die große DP World Tour erspielen.

Unterstützt wird das Ganze maßgeblich von der VcG (Vereinigung clubfreier Golfspieler), die sich seit Jahrzehnten extrem für den deutschen Golfnachwuchs und den Spitzensport starkmacht. Ohne dieses Engagement gäbe es solche Top-Events bei uns im Land gar nicht.

Austragungsort war in diesem Jahr der beeindruckende Wittelsbacher Golfclub in Neuburg an der Donau. Gegründet im Jahr 1988 auf dem historischen Gelände des ehemaligen königlichen Gestüts Gut Rohrenfeld, hat der berühmte niederländische Platzarchitekt Joan Dudok van Heel hier ein absolutes Meisterwerk in die Landschaft gezaubert. Eine weitläufige Parkland-Anlage mit fantastischen, fairen Fairways und einem wunderschönen, alten Baumbestand, abgerundet durch ein extrem vornehmes Clubhaus mit einer erstklassigen Gastronomie. Kurz gesagt: Ein Platz mit echter Grandezza.

Das Warm-up: Ein Hauch von Tour-Niveau

Der Tag startete um 09:30 Uhr mit der Anmeldung, einem kleinen Frühstück zur Stärkung und einem coolen Teebag voller Geschenke. Danach hieß es ab auf die Driving Range, um die Knochen warmzuschütteln. Nach einem halben Korb Bällen ging es für mich sofort weiter auf das Putting Green – und das war heute fast wichtiger als die Schläge mit den Eisen oder Hölzern. Warum? Die Grüns wurden extra für das Profiturnier knallhart und pfeilschnell präpariert. Hier braucht man extrem viel Gefühl, sonst rollt der Ball ungebremst ins Nirgendwo.

Die Vorbereitungszeit verging wie im Flug, weil es einfach unglaublich spannend war, den Pros bei ihren Routinen und Aufwärmübungen zuzuschauen. Man lernt schon beim reinen Beobachten eine Menge!

Um 12:00 Uhr hieß es dann: Kanonenstart! Wir mussten rechtzeitig zu unseren Abschlägen losmarschieren. Gar nicht so einfach, denn für das Profiturnier wurden alle gewohnten Hinweisschilder und Tafeln vom Platz entfernt. Ich hatte aber Glück: Mein Flight startete auf der Bahn 18 – die war zum Glück leicht zu finden.

Ein absoluter Traum-Flight: Jugendwahn und „Lucky Los“

Am Abschlag habe ich dann meine Mitspieler kennenlernt, und was soll ich sagen? Ich hatte ein Riesenglück. Zum einen spielte ich mit Carlo und Lennart – beide extrem starke Golfer. Besonders beeindruckend: Lennart ist gerade einmal 16 Jahre alt und bringt ein Handicap von 4,6 mit! Das hat man bei seinen Drives, den brutalen Distanzen und seiner Präzision ab der ersten Sekunde gesehen. Wenn man eben im Kindesalter anfängt, fleißig trainiert und so viel spielt, kommt so etwas dabei heraus. Ich wäre schon mit der Hälfte seines Könnens hochzufrieden!

Und das Beste: Als Pro wurde uns tatsächlich Nick Bachem zugelost! Er war im Vorfeld einer meiner absoluten Favoriten auf der Liste. Nick ist ein unfassbar netter, lustiger und entspannter Typ, was die Stimmung auf der Runde einfach perfekt gemacht hat. Nach einer einjährigen Verletzungspause kämpft er sich aktuell zurück auf die Tour, um wieder seine alte Spielstärke zu erreichen. Dass er es absolut draufhat, hat er vor seiner Verletzung bewiesen, als er auf der European Tour bereits einen Turniersieg einfahren konnte.

„Scramble / Best Ball“ und der Putter-Gott

Gespielt wurde ein interessantes Format: Ein Mix aus Scramble und Best Ball. Alle drei Amateure schlagen ab, wir suchen uns den besten Abschlag aus und von dort spielt jeder seinen eigenen Ball bis ins Loch zu Ende. In die Teamwertung gingen am Ende die besten Netto-Scores.

Und wir waren richtig gut unterwegs! Mit insgesamt 102 Punkten haben wir uns einen starken 8. Platz gesichert. Das Siegerflight hatte 115 Punkte – wir waren also voll im Geschäft. Auf der Runde gab es zudem diverse Sonderwertungen wie Longest Drive oder Nearest to the Pin, was die Spannung hochhielt. Überall gab es hervorragende Zwischenverpflegungen und die ganze Zeit über kalte Getränke auf der Runde – perfekt organisiert.

Gegen 18:00 Uhr kamen wir schließlich im Clubhaus an. Nach der langen Runde und dem frühen Aufstehen wegen der Anreise waren wir zwar etwas geschafft, aber das „Coming Home“ im Tour-Village hat entschädigt. Bei einem kleinen Sekt, kalten Getränken und einem wohlverdienten, leckeren Bierchen haben wir die Schläge Revue passieren lassen.

Ab 19:30 Uhr folgte das große Highlight: Die Gartenparty inklusive Siegerehrung. Ein absolut gemütlicher Ausklang mit fantastischem Essen und tollen Gesprächen unter Gleichgesinnten.

Ab 19:30 Uhr folgte das große Highlight: Die Gartenparty inklusive Siegerehrung. Ein absolut gemütlicher Ausklang mit fantastischem Essen und tollen Gesprächen unter Gleichgesinnten.

Daumen drücken für die Profis

Ich bin jetzt schon extrem gespannt, wie sich die Pros an den kommenden Turniertagen schlagen werden. Das Feld ist in diesem Jahr stark mit deutschen Spielern besetzt. Neben Nick Bachem schlage ich natürlich auch Max Kieffer fest die Daumen, die beide schon auf der European Tour gewonnen haben. Dazu kommen internationale Hochkaräter wie der ehemalige Ryder-Cup-Spieler Chris Wood aus England sowie die jungen deutschen Nachwuchshoffnungen wie Dominic Foos oder Tiger Christiansen.

Ich werde die Live-Scores auf jeden Fall ganz genau im Auge behalten.
Was für eine Woche!